Gott und Götter im Hinduismus

 

Hingabe an Gott und die Götter wird im Hinduismus als Bhakti angesehen. Es ist ein ganzes Reich von Wissen und Praxis an sich, erstreckt sich von der kindlichen Bewunderung des Unbekannten und Mysteriösen bis zur tiefen Verehrung, welche mit demVerständnis des esoterischen Zusammenwirkens der drei Welten kommt. Hinduismus betrachtet die Existenz aus drei Welten bestehend. Die erste Welt ist das physische Universum; die zweite Welt ist die subtile astrale oder mentale Ebene der Existenz, in der die Devas, Engel und spirituelle Wesen leben; und die Dritte Welt ist das spirituelle Universum der Mahadevas, "Große strahlende Wesen", unserer hinduistischen Götter. Hinduismus ist das harmonische Zusammenarbeiten dieser drei Welten.

Der vorherrschendste Ausdruck der Verehrung für den Hindu ist die Hingabe zu Gott und den Göttern. Im hinduistischen Pantheon, so wird gesagt, soll es dreihundertdreiunddreißig Millionen Götter geben. Hindus glauben an ein Höchstes Wesen. Die Vielfalt von Göttern wird als göttliche Schöpfung dieses einen Wesens betrachtet. So hat Hinduismus einen obersten Gott, aber auch eine weitreichende Hierarchie von Göttern. Viele Leute sehen die Götter als bloße Symbole, Repräsentationen von Kräften oder Geistesschichten oder als verschiedene Personifizierungen, hervorgerufen durch eine Projektion des eigenen Geistes auf ein unpersönliches reines Wesen. Vielen Hindus ist immer wieder gesagt worden, daß die Götter nicht wirklich Wesen sind, es seien Symbole von geistiger Natur, und leider viele haben diese irrtümliche Vorstellung über die Götter akzeptiert. In Wirklichkeit sind die Mahadevas einzelne Seelenwesen und durch durch die Zeitalter hindurch haben gewöhnliche Männer und Frauen, große Heilige und Weise, Propheten und Mystiker in allen Kulturen diese innerlich gesehen, gehört und waren zutiefst beeindruckt durch diese überbewussten Wesen auf der inneren Ebene. Lord Ganesha ist solch ein Wesen. Er kann genauso denken, wie wir denken. Er kann sehen und verstehen und kann Entscheidungen treffen, die in ihren Auswirkungen und ihrer Komplexität so gewaltig sind, daß wir sie nie mit unseren menschlichen Fähigkeiten und unserem menschlichen Verstand erfassen können.

"Wirklich groß sind die Götter, welche aus Brahman entstanden sind." Atharva-Veda

 

Eine Hierarchie von Göttern führt den Hinduismus

Ein einzigartiges und alles umfassendes Merkmal des Hinduismus ist, daß ein Anhänger Ganesha verehrt, während ein Freund Siva, Vishnu oder Kali verehrt, doch honorieren beide des anderen Wahl und sehen keinen Grund für einen Konflikt. Die hinduistische Religion bringt uns das Geschenk der Toleranz, die ermöglicht, daß verschiedene Stufen der Verehrung, verschiedene und persönliche Ausdrücke der Hingabe und sogar verschiedene Götter unser Leben auf dieser Erde führen.

Hinduismus ist eine Familie mit vier Hauptgruppen - Saivism, Shaktism, Vaishnavism, Smartism - unter einer göttlichen Hierarchie von Mahadevas. Diese intelligenten Wesen haben sich durch Äonen von Zeiten entwickelt und sind in der Lage, der Menschheit zu helfen, ohne selbst in einem physischen Körper leben zu müssen. Diese großen Mahadevas mit ihren Scharen von Engeldevas, leben und arbeiten konstant und unermüdlich für das Volk unserer Religion, schützen und führen es, öffnen neue Türen und schließen ungenutzte.

In den Vedas wird Gott "Brahman" genannt, das oberste Wesen, das simultan existiert als das absolute transzendente Parabrahman, als allwissendes Bewußtsein oder Shakti-Kraft und als die persönliche oberste Gottheit. Das Wort "Brahman" kommt aus dem Sanskrit, die Wurzel Brh bedeutet 'wachsen', 'manifestieren', 'ausdehnen' und bezieht sich auf Brahmans Geist des reinen Bewußtseins, das allen Existenzen zugrundeliegt, ausstrahlt und schwingt. Brahman ist simultan Purusha, die ursprüngliche Seele. Er ist Vollkommenheit des Wesens, die Originalseele, die unzählige individuelle Seelen, einschließlich der Götter, erschafft/ausstrahlt. Einige Götter wie Lord Ganesha erlebten keine Evolution, wie wir es kennen, aber entfalteten sich als reife Mahadevas, deren Geist simultan bestimmte Ordnungen von Raum und Zeit beherrscht und durchdringt. Sie sind Brahman so nah, dass sie ihre kosmischen Funktionen in perfektem Einklang mit Gottes Weisheit, Absicht und Tat erfüllen.

"Er, der jenseits von allem existiert als das relative Universum. Dieser Teil von Ihm erscheint als empfindungsfähiges und empfindungsloses Wesen. Aus einem Teil von ihm wurde der Körper des Universums geboren und aus diesem Körper wurden die Götter, die Erde und die Menschen geboren." Rig Veda

Wie Gott und die Götter individuelle Seelenwesen sind, so ist es auch die Menschheit. Der Seelenkörper ist ein Körper des Lichts, welcher in die Gestalt von Purusha Brahman ausstrahlt und reift, genauso wie die Saat eines Baums eines Tag ein Baum wird. Innerhalb dieses Körpers von Licht und Bewußtsein existieren, ohne Anfang oder Ende, die zwei Vollkommenheiten von Parabrahman und Satchidananda. Satchidananda ist der überbewußte Geist des Seelenkörpers - der Geist von Brahman. Parabrahman ist das innerste Innere der Seele. Wir sind das. Das werden wir nicht.



"Er, der in Ihren Augen funkelt, der die Himmel beleuchtet, in den Seelen von allen Kreaturen versteckt, ist Gott, Ihr Selbst." Siva Yogaswami vom Natha Sampradaya

 

 

 

 

Unser Seelenkörper enwickelt sich langsam. Der Mensch hat fünf Körper, jeder subtiler als der letzte. Stellen Sie sich die Seele des Menschen als Glühbirne vor und ihre verschiedenen Körper oder Hüllen als farbige Stoffe vor, die das reine weiße Licht überdecken. Der physische Körper ist der äußerste Körper. Danach kommt der pranische Körper, dann des physischen Körpers subtiles Duplikat, der Astralkörper. Dann gibt es noch den mentalen oder intellektuellen Körper, in den man sofort reisen kann. Dann kommt der Körper der Seele. Dies ist der Körper, der sich von Geburt zu Geburt entwickelt, der in neue äußere Hüllen reinkarniert und nicht stirbt, wenn der physische Körper seine Elemente der Erde zurück gibt. Der Seelenkörper entwickelt sich möglicherweiße als der Körper des goldenen Lichts der Seele. Dieser Seelenkörper in seiner letzten Evolution die perfekteste Form, der Prototyp von menschlicher Form. Sobald physische Geburten aufgehört haben, fährt dieser Seelenkörper immer noch fort, in subtilen Reichen der Existenz sich weiter zu entwickeln. Dieser strahlende Körper der erleuchteten Seele, entwickelt sich sogar noch nach Nirvikalpa Samadhi, der Gottesrealisierung fort, in den Innenwelten bis zur endgültigen Verschmelzung in Brahman

"Wer diesen Yoga erblickt, der erblickt den goldfarbigen Schöpfer, den Herrn, das Purusha, Brahman, die Ursache." Maitrayana Upanishad

 

Haben Gott und die Götter ein Geschlecht?

Esoterisch muß eingestanden werden, daß keiner der Götter eine Ehefrau hat. Ihre Begleiter sind nicht von ihnen getrennt zu betrachten, aber als Aspekte ihres Wesens, als ihr Shakti oder ihre Kraft. Die Mahadevas, die in der dritten Welt leben, können nicht mit Männern und Frauen verglichen werden, die auf der Erde leben. Sie existieren in völlig entwickelten Seelenkörpern, Körpern, die nicht im Geschlecht unterschieden werden. Sie sind von reinen Bewußtsein und Licht gemachte reine Wesen; sie sind weder männlich noch weiblich. Um diese göttlichen Götter besser zu verstehen, denken wir sie uns manchmal als Mann, wenn sie im Ausdruck stark sind oder als Frau wenn sie sanft und mitfühlend sind. Es gibt keine Ehemänner und Ehefrauen in den gewaltigen überbewussten Reichen der dritten Welt. Die Ehemänner/Ehefrauenvorstellung ist ein puranisches Mythos. Der Ausdruck "Göttin" kann sich auf eine weibliche Wahrnehmung oder Darstellung eines in der dritte Welt (Mahadeva) in seinem natürlichen Zustand lebenden Wesens beziehen, das geschlechtslos ist ist, oder auf ein Wesen in der zweiten Welt in einem astral-mentalen Körper. Zum Beispiel: Lakshmi und Sarasvati sind nicht Frauen von Vishnu und Brahma, sondern personifizierte Kräfte einer geschlechtslosen Gottheit, die Überfluß und Gelehrsamkeit durch das mütterliche Einfühlungsvermögen in einer weiblichen Form verkörpern. Und viele der Dorfgottheiten, die Kinder und Ernten schützen, sind tatsächlich Seelen, die nahe der Erde auf der astralen Ebene leben, immer noch im astralen Frauen- oder dem männlichen Körper wirken, die ein Doppel ihres letzten physischen Körpers sind.

"Sie meditieren über sie, um unsterblich zu werden. Der Herr der Unsterblichen segnet Sie. Er, der die Ganga trägt und sie enthält, strebe danach, ihn zu erreichen, ". St. Tirumular vom Natha Sampradaya

 

Mit Gott und den Göttern kommunizieren

In den hinduistischen Tempeln treffen sich die die drei Welten und Verehrer rufen die Götter unserer Religion an. Der Tempel ist als Palast gebaut, in dem die Götter leben. Es ist das Haus der Götter, eine heilige Stelle im Gegensatz zu jeder anderen Stelle auf der Erde. Der Hindu muß sich mit diesen Göttern auf eine sehr empfindsame Weise verbinden, wenn er an den Tempel herangeht. Obwohl der Verehrer selten die psychische Vision der Gottheit hat, weiß er von der göttlichen Gegenwart. Wenn er das Allerheiligste Sanctorum betritt, weiß der Hindu absolut, daß ein intelligentes Wesen, größer und weit mehr entwickelt als er selbst, dort ist. Dieser Gott auf den er sich bewußt konzentriert, schützt ihn, er kennt seine innersten Gedanken, befähigt ihn vollständig dazu, mit jeder Situation zurechtzukommen, die der Verehrer geistig zu seinen heiligen Füßen legt. Es ist wichtig, daß wir auf diese Weise an die Gottheit herangehen - bewusst und zuversichtlich, daß unsere Bedürfnisse in den geistlichen Innenwelten bekannt sind.

Die physische Vertretung des Gottes, sei es eine Stein- oder Metallabbildung, ein Yantra oder eine andere heilige Form, markiert einfach den Platz an dem Gott sich manifestiert oder über dem er in seinem ätherischen Körper schwebt. Es kann als eine Antenne aufgefaßt werden, um die göttlichen Strahlen des Gottes zu empfangen, oder als Sein materieller Körper in oder durch den Gott sich in dieser ersten Welt zeigt. Wenn wir Puja, ein religiöses Ritual, durchführen, lenken wir die Aufmerksamkeit der Devas und Mahadevas in den Innenwelten darauf. Das ist der Zweck einer Puja; es ist eine Form der Kommunikation. Um diese Kommunikation zu verbessern, richten wir im Tempel oder im Haus einen Altar ein. Aufgeladen oder magnetisiert wird dies durch unsere frommen Gedanken und Gefühle, die in die umliegende Umgebung ausstrahlen und diese beeinflussen. Sie können die Gegenwart dieser göttlichen Wesen fühlen, ihre Strahlung wird als Shakti angesehen.

Shakti ist eine Vibration. Sie wird zuerst im einfachen flüchtigen Blick zu der Form der Gottheit im Allerheiligsten erfahren. Später macht diese physische Sicht Platz für eine hellseherische Vision oder für ein verfeinertes Erkennungsvermögen, das sich durch die empfindlichen Ganglien innerhalb Ihres Nervensystems, den Chakren, entwickelt hat. Durch diese Rezeptoren wird eine subtile Nachricht empfangen, oft nicht bewußt. Eventuell nicht sofort, aber Shakti trägt die Nachricht von den Mahadeva-Welten in Ihr Leben. Dies ist die Art, wie sich die Götter unterhalten. Es ist eine Kommunikation, wirklicher als die Kommunikation der Sprache die Sie jeden Tag erfahren.

 

Wie Gott und die Götter uns helfen

Einen hinduistischen Tempel zu besuchen, das Shakti der majestätischen Götter unserer Religion empfangen, kann das Leben einer Person insgesamt verändern. Es ändert den Fluß der Pranas - oder Lebensströme -innerhalb des Körpers. Es zieht das Bewußtsein in die tieferen Chakren. Aber die Veränderung ist langsam. Er lebt mit dieser Erfahrung Monat für Monat nach seinem Besuch im Tempel. Der Verehrer lernt die Gottheit kennen und lieben. Die Gottheit leistet sublime psychische Hilfe, aber testet oder bestraft niemals einen Verehrer. Shakti, das von den großen Tempeln unserer Götter kommt, kann die Muster von Karma zurück über viele vergangene Leben ändern, die Kondititonen die wir vor hunderten von Jahren geschaffen haben und die nun die Saat sind und auf ihre Manifestation in der Zukunft warten, abklären und erhellen. Durch die Gnade der Götter können jene Samen entfernt werden, wenn die Manifestation in der Zukunft die Evolution der Seele nicht verbessern würde.

"Wenn der Verehrer die Abbildung seiner Gottheit in Stein, Lehm, Holz oder im Bild ansieht, gewährt der Gott Licht vom Selbst völlig in seiner eigenen Übereinstimmung. Gleich wie ein Feuer von Holz, wirft der Mond spontan seine Spiegelung im Wassertopf." Karana Agama

Wenn ein Tempel oder Schrein für die Verehrung nicht verfügbar ist, dann ist es möglich, eine Kommunikation mit der Gottheit durch Visualisierung einzuführen. Nehme als Beispiel Lord Ganesha, den elefantengesichtigen Herrscher der Natur, des Dharma, der Wissenschaft und des Wissens. Verehrung des Lords Ganesha ist unmittelbar; an seine Form zu denken ist, sich an ihn zu wenden. Schließen Sie Ihre Augen für eine Sekunde, stellen Sie sich ihn als Murthi oder Form vor, und eine direkte Kommunikation hat begonnen. Dies ist wie das Knacken eines Code in einem Computerterminal, das direkten Zugang zur Zentrale gibt. Alle Information und Antworten auf jede Frage sind jetzt verfügbar. Wo immer wir sind, was wir auch immer tun, wir können das Computerterminal unseres Gehirns und Codes bei der göttlichen Abbildung des Lords Ganesha verwenden. Wir haben vollständigen Zugang zu seinem großartigen Computerverstand, der über Äonen von Zeiten programmiert worden ist und die Kompliziertheiten des Universums natürlich in all seinen Folgen und Einfachheiten umfaßt.

 

Auf dem Weg zur endgültigen Vereinigung: Yoga

Hindus rufen zu Gott und den Göttern für sehr praktische Hilfe - von Angelegenheiten der Arbeit, Familie, innerstes weltliches und überbewußtes Wissen. Ein Hindu glaubt inständig, daß die Götter von ihrem Wohnsitz in der dritten Welt dazu fähig sind, bewußt mit den Kräften der Evolution im Universum zu arbeiten, und sie daher sicher auch einfachere Probleme managen können. Er glaubt inständig, daß die Götter gegeben wurden, sich um die Menschen auf dem Planeten zu kümmern, sich während ihres Aufenthalts auf der Erde zu zeigen und zu zeigen, dass ihre Entscheidungen in ihren Auswirkungen gewaltig sind. Ihr Überblick umspannt die Zeit selbst und doch ist ihr detaillierter Fokus genauso auf die komplizierte Struktur von menschlichen Angelegenheiten gerichtet.

Mit Bewilligung der Götter praktizieren Hindus die Übung des Yoga, diese orthodoxe und strikt hinduistische Wissenschaft der Meditation, die zur Vereinigung von vielen mit dem Einen führt. Yoga ist der Höhepunkt von Jahren religiösen und andächtigen Diensten und kann nur mit der Unterstützung der Götter, die die Tore der verschiedenen Schichten unseres Bewusstsein bewachen, erfolgreich sein. Diese Bewilligung, sobald erteilt, kann die Kundalini-Kraft innerhalb des Inneren der Wirbelsäule aufsteigen und mit dem Höchsten verschmelzen lassen, wovon alle Hindus wissen, daß es das Absolute, Zeitlose ist, ohne Ursache und raumlos. Aber zuerst muß viel gearbeitet werden, viel gearbeitet und Verehrungen dargebracht werden.

Zuletzt muß eindeutig verstanden werden, daß Gott und die Götter kein psychologisches Produkt des hinduistischen religiösen Geistes sind. Sie sind viel älter als das Universum und sind die Quellen seiner galaktischen Energien, strahlenden Sternen und sonnigen Planeten. Sie sind liebende Aufseher und Wärter des Kosmos, der Erde und der Menschheit. Das hinduistische kosmologische Terrain umschließt die ganze Menschheit. Es ist nicht exklusiv. Hinduismus hat historisch anerkannte von anderen Religionen Konvertierte und Adoptives (jene mit keinem vorherigen Glauben) in sein Wissen und seine Übungen einbezogen. Die Vedischen Rishis sprachen von der Führung Fremder in die volle Umarmung des Sanatana Dharma, "des ewigen Pfads" und ins Universalheiligtum des hinduistischen Pantheon. Ein Vratyastoma genannter vedischer Ritus reinigt jene, die zum Hinduismus zurückkehren, und Swami Vivekananda erklärte: "Warum sind geborene Ausländer in der Vergangenheit in Mengen konvertiert, und der Prozeß geht immer noch weiter," Jeder Bürger der Erde, der sich dafür interessiert, hat die Option, in die hinduistische Religion einzutreten.